Short Story Collab #10 Horror

Short Story Collab #10 Horror

Hey ihr Lieben,

ich denke, mittlerweile wisst ihr was Short Stories sind und wie ihr daran teilnehmen könnt. Nicht? Nun, dann stattet doch der Seite http://captain-obvious.de/ Besuch ab. Es gibt mittlerweile auch eine dementsprechende Gruppe in Facebook (Short Story Collab – gemeinsam Geschichten schreiben). Neue Schreiberlinge sind gern willkommen und werden mit offenen Armen und Augen empfangen. 🙂 Nur keine Scheu, wir sind eigentlich alle ganz lieb.

Ich selbst stelle hier meinen Beitrag zum Thema Horror vor und diesmal hat es auch nichts mit meiner “Origingeschichte” zu tun, die bisher bei jedem Thema etwas gewachsen ist. Ich muss wohl betonen, dass das Thema vielleicht ein klein wenig umgangen wurde aber seht selbst. Fühlt euch frei zu kommentieren, zu loben oder zu kritisieren. Wie immer gilt, ich beisse nicht, versprochen! 🙂

Viel Spaß!

Eure Bibi

Das Heulen des Windes war in dem alten Herrenhaus in jedem Raum zu hören. Es gab keinen Strom und jeder Schritt lief Gefahr, den Boden zu durchtreten. Das Gebäude, ehemals voller Prunk und Mitbewohnern, die das Geld mit beiden Händen in nette Parties, hübschen Frauen und noch hübscheren Gegenständen gesteckt haben sind lange tot oder weitergezogen. Es lag zu weit weg vom Hauptgeschehen, die nächste Stadt 2 Autostunden entfernt, als einzige Nachbarn nur der große, dunkle Wald.

In der Regel verirrte sich hier niemand hierher. In der Regel sind die meisten 12 jährigen Mädchen um Mitternacht im Bett und schleichen sich nicht heimlich nach draußen. In der Regel. Aber es gibt Ausnahmen, wie dieses dunkelhaarige Mädchen hier beweist. Es war nicht schwer gewesen, dem schlafenden Vater auf dem Sofa, den Schlüssel aus der Hemdstasche zu stehlen, noch leichter war es, das Auto leise aus der Garage zu manövrieren und in Richtung der Autobahn zu düsen. Sie war schon immer groß für ihr Alter gewesen und dank ihrem älteren Bruder, der ihr etliche Fahrstunden in seinem alten Pickup auf einem verlassenen Parkplatz gegönnt hatte, stellte das Fahren eines solchen Autos kein Problem dar. Ihrem Vater hat es nie gekümmert, was seine Tochter trieb. Das war schließlich die Aufgabe seiner Frau gewesen, was konnte er dafür, wenn die Mutter ihrer Kinder einfach das Weite suchte und nie wieder etwas von sich hören lies? Er hatte gewiss anderes zu tun als Kindermädchen für eine kleine Göre zu spielen.

Dem Mädchen war es meist gleichgültig ob ihr Vater anwesend war oder nicht. Sie hatte ihren Bruder. Das genügte. Mehr brauchte sie nicht. Jahre hat sie ihren Vater ignoriert und jeder ging seiner Wege. Bis auf diesen Abend. Er hatte, mal wieder, zu viel getrunken und einen Höllenlärm in der Küche veranstaltet. Sie wurde aus dem Schlaf gerissen und taumelte nach unten. Sie trug ein enges Nachthemd aus dem sie eigentlich schon herausgewachsen war. Das Mädchen tapste die Treppe runter und blieb auf der letzten Stufe stehen. Ihr Vater stand nicht weit von ihr entfernt, wankend und mit verschwommenem Blick, versuchte er zu erkennen wer vor ihm stand. Seine Augen tasteten ihren Körper ab und verengten sich etwas. In dem Moment wusste das Mädchen, nein sie spürte es, dass etwas schreckliches passieren wird, wenn sie nicht das Weite suchte.

Sie bewegte sich keinen Millimeter, als der Vater langsam auf sie zutorkelte, immer näher kam und sein Gesicht zu einer lüsternen Fratze verzog. Viel zu spät, drehte sie sich um und versuchte die Treppen hochzulaufen. Es war zu spät. Er war zu kräftig, zu energisch, als das sie sich wehren konnte. Das einzige was sie sah und spürte war Schmerz und der unbändige Hass der mit der Pein anwuchs und ihr Innerstes zu zerreissen drohte.

Sie blieb liegen, als der Mann der sich ihr Vater schimpfte von ihr herunter rollte, zum Sofa krabbelte und sich schwer darauf fallen lies. Wenige Minuten später, war er weggetreten und rührte sich nicht mehr. Das Mädchen wartete noch einige Minuten, bevor sie sich hoch kämpfte.

Sie kannte den Weg. Der einzige Ort wo sie Verständnis fand. Ihr Zufluchtsort vor der Schule. Niemand wusste davon, nicht einmal ihr Bruder, der naiv glaubte, dass seine kleine Schwester jeden Morgen zu Schule ging. Sie waren alle Narren. Sie fand den versteckten Schlüssel unter einem zerbrochenem Blumentopf und öffnete die Türe. Das laute Knarren hörte sich hohl an und vermischte sich mit dem Jaulen des Windes. Vorsichtig suchten ihre Füße den Weg zur anderen Seite des Gebäudes. Sie kannte ihn auswendig und brauchte ihre Augen nicht um zu wissen wohin sie gehen musste. Vor ihr befand sich nun eine Türe, die bei hellem Tageslicht abblätternde grüne Farbe zu Schau stellte. Das Mädchen klopfte dreimal ehe sie die Türe aufzog und die Treppe nach unten ging.

Der Geruch von Moder und Schimmel kitzelte ihre Nase, es war kalt und die Kälte kroch dem Mädchen unter das Nachthemd, verursachte ein Kribbeln auf ihrer Haut, das zu einem Brennen anwuchs. Sie hieß diese Empfindungen willkommen. Endlich war sie zu Hause. Je weiter sie der Treppe nach unten folgte, desto heller wurde es. Bizarre Schatten huschten über ihrem Kopf hin und her. Es wurde wärmer und stickiger. Es roch nach Kupfer und nach etwas anderem, dass sie die ersten Male die sie hierhergeführt hatten nicht zuordnen konnte. Mittlerweile kannte sie den Ursprung und freudige Erwartung bereitete sich in ihrem Bauch aus. ER wusste was zu tun wäre. ER konnte ihr helfen  dem Monster, dass ihr weh getan hatte zu bestrafen. ER war ihr Freund. Ein Ausgestoßener, ein Rächer, ihr Held.

Das Mädchen betrat den Raum und lächelte. Ihr Zuhause. Ein Ort an dem Monster ihre gerechte Strafe erhielten. Ihr Blick glitt zu einer alten Wanne, die wahllos mitten in den Raum gestellt wurde. Darin lag etwas, das seine gerechte Strafe bereits erhalten hatte. Rote Flüssigkeit tropfte auf den Boden und bildete eine Lache aus Blut.

Sie war zu Hause und bald, bald wird ihre Rache ein Ende finden und das nächste Monster den Preis dafür bezahlen.

Short Story Collab #9 Traum

Short Story Collab #9 Traum

Hallo ihr Lieben,

es folgt eine weitere Fortsetzung meiner Geschichte. Diesmal hatte ich erhebliche Probleme, die schon allein damit begonnen hatten, dass mir die Idee fehlte wie ich das Thema Traum darin unterbringen sollte.
Nun, ich habe mein Bestes gegeben und hoffe ihr seid zufrieden damit. Wie immer sind Kommentare, vor allem Besserungsvorschläge sehr willkommen. Bitte traut euch, auch wenn ihr selber nicht schreibt. Es ist ein kleines Hobby von mir, dass nur wachsen kann wenn jemand ehrliche Kritik äußert.

Wer selbst Ideen im Kopf hat, diese auch gern niederschreibt darf sich gerne an der Aktion beteiligen und der Seite: www.captain-obvious.de einen Besuch abstatten. Der “Besitzer” dieser Seite hat das Projekt Short Story Collbab ins Leben gerufen und freut sich bestimmt über neue Schreiberlinge.

Alles Liebe,

Eure Bibi

Es ist seltsam, ich sollte vor Kälte schlottern, doch alles was ich fühlte war behagliche Wärme und willkommene Dunkelheit. Wie aus weiter Ferne höre ich Wassertropfen auf hartem Boden aufschlagen und leichtes Rascheln, dass von kleinen Tieren stammen könnte, in meinem Kopf aber nur Gleichgültigkeit auslöste.
Ich erinnere mich wage an Kälte und an Gedanken in meinen Kopf, die meinen rollenden Kopf im Morgenrot der Sonne zeigten, der von lüsternem Grölen der Zuschauer begrüßt wurde.
Jetzt fühlt es sich an, als würde diese Vorstellung der Vergangenheit angehören, dumpf und weit weg. Alles was zählte war das Gefühl der Geborgenheit. Ich öffne meine Augen und sehe über mir ein Meer aus Sterne, die ihr strahlend helles Antlitz wohlwollend auf mich richten.
Irgendwo in meinem Gedächtnis versucht eine leise Stimme mir etwas wichtiges mitzuteilen. Sie ist zu leise und ich nicht gewillt ihr Gehör zu schenken. Ich richte meinen Blick nach oben und blinzle. Hat sich dort etwas bewegt? Ich starre angestrengt in den Himmel, meine Augen beginnen zu tränen aber ich war sicher, etwas gesehen zu haben.
Dort! Es scheint, das Firmament versucht seine Schützlinge an einen Ort in der Mitte zu sammeln. Immer mehr Sterne rutschen von ihrem angestammten Platz zur Seite um sich mit dem Nachbarn zu vereinen.
Unruhe macht sich in mir breit, in meinem Bauch spüre ich ein leichtes Ziehen, dass mir entfernt bekannt vorkommt. Das Wort Angst manifestiert sich in meinem sonst leeren Kopf und mein Körper reagiert darauf mit Schweißausbrüche und zitternden Händen. Was ist aus der angenehmen Stille geworden? Der Geborgenheit? Mein Innerstes brüllt, was auch immer hier passierte, es soll aufhören und mich in Ruhe lassen aber es kommt kein Wort über meine Lippen.
Das Chaos über mir formt sich zu einem Gesicht. Mein Gedächtnis versucht mit aller Kraft sich an dieses Gesicht zu erinnern. Gehört zu es einer Person die mir sehr nahe steht? Die Lippen des Sternenbildes bewegen sich, es kommen Töne daraus hervor, die sich zu einem Wort vereinen, einem Namen. Sophia.
Kleine Stiche des Wiedererkennens piksen mein Innerstes. Ich sollte diesen Namen kennen, da bin ich mir sicher. Ich sollte diese Stimme kennen auch darin bin mir sicher. Zu der Angst in meinem Kopf gesellt sich Verwirrung und Erkenntnis. Was geht hier nur vor? Wo bin ich? Wer bin ich?
“Sophia! Wach auf! Sophia! Verdammt!”
“Wir müssen uns beeilen, Athos, die Wachen lassen sich nicht ewig für dumm verkaufen!”
Eine zweite Stimme mischt sich in das Gedankenchaos und die Erkenntnis darin wird immer größer und zieht mich mehr und mehr in einen Abgrund zurück, dem ich zuvor nur zu gern entkommen bin. Ein Teil von mir begehrt auf, beginnt gegen den Sog anzukämpfen, während mein Bauch immer lauter flüstert ich solle aufhören, loslassen und mich auffangen lassen. Ich höre auf zu kämpfen, gebe mich der Dunkelheit hin und lasse mich fallen.

Mit einem kleinen Aufschrei, schlage ich meine Augen auf und sehe in die Augen von Athos und seinen Musketieren.
“Was…?”
“Nun, gnädiges Fräulein, ich schätze wir sind hier um Sie zu retten.” Ich hätte einen ganzen Kuchen darauf verwetten können, dass diese Stimme Aramis gehörte und war froh darüber, dass mein Gehirn wieder angefangen hat “normal” zu arbeiten.

Short Story Collab #8 Zwielicht

Short Story Collab #8 Zwielicht

Hallo ihr Lieben!

wie auch beim letzten Thema, bin ich viel zu spät mit meiner Kurzgeschichte dran. Rinnt euch die Zeit auch so schnell durch die Finger? Falls nicht, hoffe ich doch, ihr seid mir nicht allzu böse.
Wer meine Geschichten bisher verfolgt hat, weiß was er zu tun hat. 🙂 Comments, Comments and Comments! Wer sich ganz jungfräulich auf meinem Blog verirrt hat, sollte sich besser die vorherigen Beiträge einmal durchlesen. Am Besten von vorne! 😀 Wie die meisten sicher befürchten, wird die folgende eine weitere Fortsetzung meiner Lieblingsgeschichte werden.

Seid ihr an weiteren Kurzgeschichten interessiert, kuckt einfach auf die Seite www.captain-obvious.de Dort findet ihr nicht nur die Beiträge des “Erfinders” dieser Themen sondern auch die bisherigen Teilnahmen.

Viel Spaß beim Lesen, Kritisieren und Kommentieren.

Eure Bibi!

Meine Hände schimmern in dunklem rot, dort wo das zuvor klebrige Blut eingetrocknet ist, blättert es bereits ab. Ich weiß nicht wie viel Zeit vergangen ist aber es fühlt sich wie ein Jahrhundert an, ehe Athos mich von seinem Blick erlöst und einen weiteren, seltsamen zu meinen unzuverlässigen Wächter neben sich wirft. Schwer zu deuten ob er wirklich ziemlich sauer ist oder einfach nur genervt.
Ehe ich weiter darüber philosophieren konnte, werde ich von einem übelriechendem, stark schwitzendem Mann unsanft auf die Beine gezogen. Falls mein Gedächtnis nach diesem ganzen Chaos in meinem Kopf noch richtig funktioniert, müsste dieser übellaunige Typ der Wirt sein.

Ohne das die versammelten Männer viele Worte tauschen, werde ich von dem Wirt grob durch eine Türe geschubst die sich als, wie ich bereits befürchtete, mein zuvor verlassenes Gefängnis entpuppt. Ein kleiner Teil meines Ichs, fragt sich bereits ob sie diesen schummerigen Raum je verlassen wird. Die Hände des Wirts waren trotz seinem Alter nicht nur stark beharrt sondern auch erstaunlich stark. Sie drücken mich unsanft auf den Stuhl und fesseln meine beschmutzten Hände an die Lehne.

Trotz meines aufgewühlten Zustandes, komme ich nicht umhin das boshafte Lächeln des alten Mannes zu bemerken ehe er mir seinen breiten Rücken zudreht und die Türe hinter sich wieder schließt. Frustriert und den Tränen nahe, verstecke ich mein Gesicht hinter meinen Haaren, die nach dem Dreck darin zu urteilen, den Begriff Haare nicht mehr verdient hatten.
Ich war mir der Anwesenheit der Männer die sich als Leibgarde des Königs bürstet mehr als bewusst, wünschte mich aber sehnsüchtig in mein wirkliches, eigenes Zimmer zurück. Wo immer ich hier war, ich habe bereits ein Menschenleben auf meinem Gewissen und wahrscheinlich bald einen zweiten untergejubelten Mord. Wie komme ich aus dieser Situation wieder raus? Ich wollte doch nur weg von hier. Weg von einem Leben das ich bisher nur aus Büchern kannte. Ohne es wahrzunehmen, bahnen sich kleine salzige Wasserstraßen meinen Wangen hinab und tropfen auf mein lädiertes Oberteil.

Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie sich einer der Musketiere, weiß der Geier wohin sich der Wächter verzogen hat, in die Hocke geht und mein Kinn mit seiner behandschuhten Hand anhebt damit ich ihm ins Gesicht sehen kann. Athos, natürlich. Bevor er jedoch ein Wort über seine Lippen bringen kann, platze ich mit den Worten: “Verdammt! Ich hab ihn nicht umgebracht!” heraus. Der Klang meiner Stimme war mehr als nur hysterisch.

“Weißt du wer der Mann war, Sophia?” Ich schüttle stumm den Kopf und schaffe es trotzig in seine Augen zu kucken. “Ich habe ihn nicht gesehen, ehe ich über ihn gestolpert bin. Ich wollte …”

“Fliehen?” Seine Mundwinkel heben sich leicht, als würde er sich über etwas witziges amüsieren. Das Lächeln verschwindet allerdings wieder sehr schnell und formt sich zu einer strengen und besorgten? Miene.

“Er war ein sehr enger Berater des Königs, der noch heute ein wichtige Botschaft weiterleiten sollte. Wir haben viele Leute befragt, Sophia, niemand hier hat dich je zuvor gesehen, niemand kennt deinen Namen, man findet dich vor dem Toten kniend und mit blutigen Händen… Wenn du weiterhin deinen hübschen Kopf auf deinen Schultern tragen willst, solltest du mir sagen, wer du wirklich bist! Was ist deine Aufgabe hier?”

Er sieht mich aufmerksam an, wartet auf meine Antworten, die ich ihm nicht geben kann. Was sollte ich ihm auch sagen? Ich wusste ja selbst nicht, was ich hier verloren habe. Niemand wird mir glauben, dass ich unschuldig bin. Alle werden glauben, dass ich einen Mann kaltblütig ermordet habe. Und sie werden alle recht haben. Auch wenn es sich nicht um den Mann der nun ein Stockwerk unter mir liegt, handelt.

Nicht nur Athos blickt durchdringen in mein Gesicht, auch die Blicke der anderen Musketiere liegen auf mir. Ich blicke unruhig im Zimmer hin und her und versuche mir eine Antwort zurecht zu legen. Irgendeine. Doch bevor ich auch nur einen Mucks von mir geben kann, wird die Türe mit einem lauten Poltern aufgestoßen und der Wirt stolpert mit demselben Grinsen im Gesicht in das enge Zimmer. Er hat eine handvoll uniformierter Männer bei sich, die sich an ihm vorbei in den Raum zwängen. Unsanft werden meine Hände von der Lehne des Stuhls befreit, um sie gleich darauf in Ketten in zu legen. Das alles geht so schnell, dass ich nicht mal die Zeit habe in Panik auszubrechen. Ich werde wortlos zur Türe gezerrt.
Jetzt spüre ich die Panik ganz deutlich in meinem Bauch rumoren. Ich höre Wortfetzen, dann Handgemenge und plötzlich schiebt mich Athos hinter seinen Rücken. Wütend blafft er einen der Soldaten an.

“Was ist Euer Befehl, wohin bringt ihr sie?”

Verwundert über diese Gegenwehr tritt der Angesprochene ein paar Schritte vor und seine Antwort, lässt mir alle Haare zu Berge stehen.

“Der König klagt sie des Mordes an und befindet sie für schuldig. Unser Befehl ist es sie in den Kerker zu bringen, wo sie auf ihre Exekution durch Erhängen in der Morgendämmerung warten soll.”

Short Story Collab #7 Krimi

Short Story Collab #7 Krimi

Hallo ihr Lieben,

diesmal bin ich alles andere als pünktlich mit meinem Beitrag aber was soll ich sagen? Lieber spät als nie! Viel Spaß beim Lesen und wie immer dürft ihr fleißig kommentieren! 

Wie ihr nach den ersten Sätzen fest stellen werden, handelt es sich wieder um eine Fortsetzung! 🙂

Lasst es krachen und schwingt doch einmal selbst den Schreiberlingstift!

 

Eure Bibi

 

Es ist dunkel, und durch das offene Fenster strömt kalte Luft in das muffige Zimmer. Wie lange ich hier schon am Fenster sitze und den Mond anschaue, weiß ich nicht mehr. Ich fühle mich unendlich müde, wage es aber nicht mich auf das Bett zu legen, dass einen Großteil des Zimmers einnimmt. Ich meine, etwas Schwarzes unter die Bettdecke krabbeln zu sehen und versuche den aufsteigenden Ekel in mir nieder zu kämpfen. 

Seit zwei Tagen begnüge ich mich damit, auf dem Holzstuhl zu schlummern und zwischendurch den Himmel zu betrachten. Athos und seine Kumpanen fanden es wohl das Beste, mich erstmal im Auge zu behalten, bevor sie klären konnte, wer ich wirklich bin. Nach dem kleinen, blutigen Zwischenfall in dem ich einem Menschen einen Degen in den Körper rammte, versuchte der mysteriöse Fremde, der sich als meine Lieblingsfigur in dem Roman “Die Musketiere” vorstellte, mehr über meine Umstände in diesem ganzen Durcheinander herauszufinden. Vergeblich. Mehr als meinen Vornamen und dem erfundenen Besuch meines Verwandten, bekam er aus mir nichts heraus. Irgendwann gab er auf, rief nach seinen Männern und lies mich hier her bringen. Lässt man das Bett außen vor, könnte es hier fast heimelig sein. Ich bekomme geregelte Mahlzeiten und ausreichend zum Trinken, will heissen leckeren Rotwein, den ich in meinem aufgelösten Zustand willkommen hieß. 

Das warme Prickeln in meinem Bauch ist allerdings schnell verflogen und lies mich in meinem Gedankenchaos wieder alleine zurück. Ich hoffe inständig, dass ich mich bald wieder in meinem richtigen Bett befinde, ohne die Gewissheit, dass Blut an meinen Händen klebt. 

Ich seufze und im selben Moment öffnet sich meine sonst verschlossene und bewachte Türe mit einem leisen Quietschen. Verwundert starre ich auf den dunklen Türspalt aber niemand betritt den Raum. Der Holzstuhl knarrt warnend, als ich mich langsam erhebe und zur Türe husche. Ich spitze meine Ohren und höre außer dem entfernten Lachen in der Gaststube unter meinem “Gefängnis” nichts. Vorsichtig schiebe ich die Türe mit meinem Fuß etwas auf, bereit jeden Moment zurückzuspringen. In meinem Zimmer ist es zwar dunkel, nichts desto trotz ist es unschwer zu erkennen, dass der Platz vor der Türe leer und verlassen ist. Ich wittere eine kleine Chance und bevor ich mir weitere Gedanken machen konnte, flitze ich bereits raus in die Finsternis des Ganges. Ich achte auf jedes Geräusch und schleiche mich langsam die Treppe runter. Das Johlen und Singen im Schankraum wird lauter aber von meinen Bewachern oder Athos sehe ich keine Spur. Ich kann mich erinnern, dass mich die Musketiere (welch verwirrender Gedanke, sie beim Namen zu nennen) durch eine Hintertüre ins Wirtshaus eskortiert haben. Wo war der nur noch mal? Unsicher drehe ich mich im Kreis und wähle eine Richtung. Nach 3 Schritten allerdings liege ich flach auf dem Boden, meine Stirn pocht schmerzhaft, ich blinzle und versuche im Dunklen den Gegenstand zu sehen, über den ich offensichtlich gestolpert bin. Alles was ich bei den fehlenden Lichtverhältnissen sehen kann, sind schummrige Umrisse, die einem Sack Mehl nicht unähnlich sind.

ich schaffe es mich aufzurichten und den stumpfen Schmerz an meiner Schläfe zu ignorieren. Wer lässt denn bitte auch Säcke mitten im Weg liegen? Ich taste mich langsam mit den Fingern voran und fühle etwas feuchtes, klebriges an meinen Fingerspitzen. Etwas Kaltes und Widerliches breitet sich in meinem Körper aus, zusammen mit einer dunklen Vorahnung. Eigentlich sollte ich meine Chance nutzen, meine Beine in die Hand nehmen und laufen. So weit wie möglich. Wohin war mir vorerst ziemlich egal. Doch alles was mein dummer Körper macht, ist stocksteif auf einem schmutzigen Boden zu knien und wie besessen den Umriss das Etwas oder Jemanden? mit meinen Augen zu fixieren. 

Wie aus weiter Ferne höre ich Schritte. Schritte die fest und unaufhörlich in meine Richtung führen. Ehe ich außer Sicht krabbeln konnte, flammt eine Kerze vor mir auf, dann noch eine. Ihr weicher Schein, wirft romantische Schatten an die Wand gegenüber, während sie den Boden vor mir in grausames Licht taucht. Ein Mann liegt vor mir auf dem Rücken, die Arme von sich gestreckt wie erschlagen. Seine Augen blicken leer und kalt an die Decke, sein verdrecktes Hemd ist blutdurchtränkt und etwas silbernes blitzt aus seinem Bauch hervor Der Mann vor mir, wurde offensichtlich erdolcht. Mein Blick wandert von der Leiche zu meinen blutverschmierten Händen um darauf zu den Gesichtern der Männer zu huschen. Ich blicke in die Augen meines Wächters, der eigentlich brav vor meiner Türe stehen sollte und daneben in blaue Augen die ausdruckslos auf mich herab starren. In was habe ich mich nun hinein manövriert? Kann ich jetzt bitte, bitte wieder zu Hause sein? In meiner Welt? ohne Mord, Musketiere und diesen Mann der mich immer noch mit diesen Augen fixiert. 

Short Story Collab #6 Superkräfte

Short Story Collab #6 Superkräfte

Hallo ihr Lieben!

Das Thema für den Monat Juli ist diesmal Superkräfte und ich versuche mit diesem Thema an meine bisherigen zwei Beiträge (short stories 2 + 3) anzuknüpfen und somit meine Lieblingsgeschichte “weiterleben” zu lassen. Wer die beiden Kurzgeschichten nicht kennt, sollte vielleicht etwas zurückschollen und sie sich durchlesen ehe er mit der neuesten beginnt.

Wie ich in jedem Post von mir schreibe, sind Kritik, Verbesserungsvorschläge, Lob oder gar Schimpfe immer erlaubt und vor allem gern gesehen! Also nur her damit. Ich bin ein sehr friedfertiger Mensch und werde niemandem wegen einer Kritik einen Kopf kürzer machen, versprochen.

In diesem Sinne viel Spaß beim Lesen und selber schreiben!

Eure Bibi

 

Short Story Collab #6 Superkräfte

Mein Kopf brummt und fühlt sich schwer an. Mein Körper erwacht langsam wieder aus seinem tiefem Schlummer aber noch bin ich nicht bereit, meine Augen aufzuschlagen, aus Angst was ich zu Gesicht bekommen werde. Ich kann mich nur zu gut erinnern, was ich zuvor mit meinen Augen gesehen habe. Besonders an den Teil, in dem ich selbst aktiv wurde. Was habe ich mir nur dabei gedacht, eine Waffe in die Hand zu nehmen? Eine richtige Waffe? In den Händen des größten Tollpatsches auf Erden?

Wenn ich daran zurückdenke, spüre ich noch immer das Gewicht in meinen Händen, fühle wie sich die Spitze in einen menschlichen Körper bohrt und das pochende Leben darin einfach auslöscht. Ich habe einen Mann umgebracht. An einem Ort der nicht von dieser Zeit zu sein scheint. Ohne darüber nachzudenken, dass ich einen Mord begehe, habe ich mir die Waffe geschnappt um einem Fremden das Leben zu retten. Einem Fremden der mir vielleicht im nächsten Moment selber den Degen in mein Herz rammen wird, sobald ich meine Augen öffne. Was habe ich mir nur dabei gedacht? Wieso habe ich mich nicht einfach weggeschlichen und darauf gewartet, dass ich in meiner eigenen, geordneteren Welt wieder “aufwache”?

Mein Gehirn will noch immer nicht glauben, dass ich mich in eine andere Zeit katapultiert habe, während mein Bauch mich einen Vollidioten schimpft und mich zwingt den Tatsachen in die Augen zu sehen. Wünscht man sich nicht immer, einer der Protagonisten aus seinen Lieblingsbüchern zu sein, die durch Zeit und Raum reisen, auf Abenteuerreisen gehen und gegen das Böse kämpfen? Nun, falls dies wirklich alles wahr sein sollte, dann werde ich solche Wünsche nie wieder von mir geben. Ich will am Liebsten nur wieder zu Hause sein, in meinem Bett, in meiner Wohnung.

Das kratzende, nach Heu duftende Material unter mir, was mich am Nacken kitzelt und piekst, ist ganz sicher nicht mein Bett. Ich spitze meine Ohren um herauszufinden ob ich alleine bin. Alles ist still. Oder doch nicht? Ich glaube, ich höre jemanden ruhig ein- und ausatmen, ich bin mir aber nicht sicher. Vielleicht sollte ich mich doch noch eine Weile bewusstlos stellen und wer weiß? Ehe ich mich versehe bin ich doch wieder in meinem Zimmer.

“Ich weiß, dass Sie wach sind!”

Verdammt! Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese tiefe ruhige Stimme zu meinem Geretteten gehört. Was nun? Feige darauf beharren doch bewusstlos zu sein? Oder wie eine Lady energisch die Augen aufschlagen, aufstehen und elegant von dannen ziehen?

Ich zwinkere alles andere als energisch und setze mich langsam auf, da es in meinem Kopf immer noch sehr schwummrig ist. Na toll. Nicht einmal DAS bekomme ich respekteinflößend hin. Ich kneife ein Auge zu und mustere mein Gegenüber. Wie bereits befürchtet sitzt mir gegenüber der Mann, den ich kurz zuvor gerettet habe, in dem ich einen anderen Mann das Leben ausgehaucht habe. Bei dem Gedanken daran wird mir übel und meine Hände fangen wieder zu zittern an.

“Wie geht es Ihnen, Madame? Sie sollten vielleicht etwas trinken, Sie sehen aus, als würden Sie gleich ohnmächtig werden.”

Mir wird sachte ein Becher in die Hand geschoben. Ich nippe vorsichtig daran und schmecke schalen Wein. Nach ein paar Schlucken, fühlen sich meine Hände sicherer an und ich traue mich wieder dem Mann mir gegenüber anzusehen. Schwer zu sagen was in seinem Kopf vorgeht. Er sieht weder verärgert noch erfreut aus, eher nachdenklich und etwas anderes… erstaunt? Er mustert mich noch einige Sekunden mit diesen blauen Augen, die mich eine gefühlte Ewigkeit in meinen Träumen heimgesucht haben, ehe er wieder zu sprechen anfängt.

“Wie ist Ihr Name?”

“Äh… Sophia”

“Sophia und?”

“Nur Sophia.” Als ob ich fremden, dahergelaufenen Männern meinen Nachnamen verrate. Was, wenn er meinen Nachnamen recherchiert und herausfindet, dass ich nicht hierher gehöre? Wer weiß, in welcher Zeit ich mich befinde. Am Ende friste ich meine restlichen Lebensminuten auf einem Scheiterhaufen, mit dem Namen Hexe in meine Haut gebrandmarkt.

Er dreht seinen seltsam witzig aussehenden Hut in seinen Händen hin und her, so dass die große Feder darauf, sachte auf und ab wippt, während er mir in die Augen blickt und ich Misstrauen darin aufblitzen sehe.

“Was machen Sie hier, NUR Sophia? Und wieso tragen Sie diese seltsame Kleidung?”

Berechtigte Frage. Was zum Teufel mache ich hier?

“Ich, äh bin auf Durchreise zu einem entfernten Verwandten. Er ist sehr krank und wünscht meine Anwesenheit.” Eine lahme Ausrede aber was soll ich sagen? Entschuldigen Sie aber ich bin offensichtlich in der Lage ,durch die Zeit zu reisen und bin in Ihrer Zeit gelandet. Ich höre bereits das Knistern der Feuer auf dem Scheiterhaufen. Die Frage nach meiner Kleidung lasse ich unbeantwortet. Ich bin mir sicher, dass es sich nicht geziemt dies eine Dame zu fragen.

“Sie sind also auf Durchreise. Können Sie mir vielleicht auch die Frage beantworten, was Sie wenige Tage zuvor in dieser verlassenen Gasse zu tun hatten, ehe Sie das Interesse eines Diebes geweckt haben um anschließend vor meinen Augen zu verschwinden?”

Mist, unsere erste Begegnung in dieser widerlichen Gasse habe ich ganz vergessen. Ebenso, dass ich mich offensichtlich direkt vor seinen Augen in Rauch aufgelöst habe. Was nun? Die bereits bekannte Panik, klopft sachte an die Tür zu meinem Bewusstsein und wartet darauf, dass ihr jemand Einlass gewährt. Bevor sie sich mit voller Gewalt gegen diese Türe eintreten kann, öffnen sich meine Lippen wie von selbst und ich brauche einige Sekunden, um das Gesagte in meinem Hirn zu verarbeiten.

“Was sollen diese Fragen? Bedankt man sich so bei einer Dame, die gerade Ihr Leben gerettet hat? Wieso wollte Sie der Mann eigentlich töten? Ach, und wissen Sie was? Ich habe zuvor noch nie jemandem ein Haar gekrümmt, geschweige denn getötet! Wäre ich Sie, würde ich mich als erstes bedanken, statt seltsame Fragen zu stellen. Sich vorzustellen, wäre übrigens ebenfalls eine hervorragende Idee gewesen!”

Ich sehe, wie er erst überrascht die Augen aufreisst, ehe er in Gelächter ausbricht. Was bitte schön, ist an dieser Situation lustig. Ich kann nicht behaupten, dass ich mich besonders amüsiere. Ich starre ihn wütend an und verschränke meine Arme.

“Entschuldigen Sie. Sie haben natürlich Recht. Ich stehe in Ihrer Schuld und bedanke mich, dass sie mich vor dem Tode bewahrt haben. Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Athos, Diener des Königs und Mitglied der Musketiere.”

Er deutet eine Verbeugung an und richtet seine blauen Augen, verschmitzt und zugleich wachsam auf mich. Ob es ihm auffällt, dass ich gerade aus allen Wolken falle? Wie ich die Arme um mich lege, als würde ich frieren? Ich erinnere mich daran, welches Buch ich zu letzt gelesen habe und versuche fieberhaft mir einen Reim auf alles zu machen. Bin ich gar nicht in einer anderen Zeit gelandet sondern sogar in einer komplett anderen Welt? Was, wenn ich, wie auch immer, die geheime Superkraft besitze, mich in eine erfundene Geschichte zu katapultieren? Und wenn ja, wie komme ich wieder zurück? Zuletzt, war es die körperliche Gewalt und die Todesangst die mich zurückbrachten. Muss ich erst wieder überfallen werden, um nach Hause zu kommen? Was passiert hier nur mit mir?

 

 

20 wissenswerte und umwissenswerte Fakten über meine Person

20 wissenswerte und umwissenswerte Fakten über meine Person

 

Hallo ihr Lieben,

ich bin auf die Idee “20 Dinge über mich” auf Twitter gestoßen. Ich fand es auf Anhieb unwichtig aber doch sehr witzig, daher trage ich meinen Teil dazu bei. Diejenigen die mich vielleicht persönlich kennen, werden das eine oder andere sicherlich schon wissen, falls nicht können sie hier ja ihren Horizont über mich erweitern.

Viel Spaß beim Lesen und keine Scheu vorm Nachmachen.

Eure Bibi

 

1. Ich bin 26 Jahre alt und seit meinem 2. Lebensjahr an Rheuma (chronische Polyarthritis) erkrankt.

2. Im Grunde bin ich ein sehr friedvoller und hilfsbereiter Mensch, der gerne für andere da ist. Ich bin auch diejenige, die die Treppen “runterhumpelt”, weil auf der anderen Seite der Rolltreppe zum Beispiel eine Mama mit Kinderwagen steht, obwohl sich meine geschundene Hüfte darüber meist lauthals beschwert.

3. Meine größte Angst sind Spinnen in allen erdenklichen Größen und Farben. Das geht soweit, dass ich sehr schnell die Flucht ergreife und man meinem Körper in diesen Momenten nicht anmerkt, dass er eine Großbaustelle ist.

4. Wenn ich einmal nicht vor Spinnen flüchte, verdiene ich meinen Lebensunterhalt als Medizinische Fachangestellte in einer Kinder- und Jugendarztpraxis und bin sehr zufrieden mit meiner Berufswahl, auch wenn ich ohne den Herzmenschen alleine mit dem Gehalt in München, nicht über die Runden kommen würde.

5. Meine Lieblingstätigkeit in meinem Job ist definitiv das Blutabnehmen. Der kleine Vampir in mir erwacht dann grinsend zum Leben und freut sich über jede Vene, die er dann meist auch zielsicher und ohne große Schmerzen trifft.

6. Eifere ich keiner Vene hinterher und der Feierabend ist eingeläutet, verbringe ich meine Zeit meistens faul der Couch, mit einem Buch bzw. Kindle in den Händen und genieße es einfach nur die Füße hochzulegen. An Wochenenden oder an Urlaubstagen, liebe ich es mit Freunden ins Kino zu gehen oder eine Bar bzw. Pizzeria unsicher zu machen. Hin und wieder schwinge ich auch den Bleistift und skizziere vor mich hin, was allerdings etwas zu kurz kommt und mir ein paar Gewissensbisse verursacht.

7. Wie in Punkt 6 vielleicht bemerkt bin ich ein sehr verfressener Mensch.

8. Meine Lieblingsbücher sind unter anderem Harry Potter, die Tochter des Magiers und von Diana Gabaldon Feuer und Stein. Es gibt noch einige mehr, die hier aber das Format sprengen würden. Die Bücheregale ächzen schon etwas unter der Last und ich bin wohl oder übel gezwungen in einer entfernten Zukunft meinen Lieblingen wohl ein eigenes Zimmer zuzugestehen.

9. Mein Lieblingsmanga ist Sailor Moon, bekommt aber von Tränenhase ein klein wenig Konkurrenz.

10. Ich denke die Frage nach meinem Lieblingsanime könnt ihr euch selbst beantworten. Natürlich ist das Sailor Moon. Meine gesamte Kindheit baut auf Sailor Moon auf und daher ist es für mich natürlich auch selbstverständlich ein Muss den neuen Anime Sailor Moon Crystal zu kucken.

11. Mein liebster Giblifilm (ja ich trenne das von meinem Lieblingsanime, auch wenn es sich dabei ebenfalls um einen Anime handelt) ist Chihiros Reise ins Zauberland. Es war der erste Giblifilm den ich damals zusammen mit meinem jüngeren Bruder gekuckt habe und mein Favorit geblieben. Ich warte gebannt, bis dieses Exemplar nicht nur auf DVD sondern auch auf Blueray zu ergattern ist.

12. Mein Lieblingsdisneyfilm ist ganz klar Arielle die Meerjungfrau. Ich liebe das Meer, finde Meerjungen mehr als cool und die werte Dame hat auch noch rote Haare und eine schöne Singstimme. Ich konnte doch gar nicht widerstehen!

13. Ich höre öfter von meinen Freunden oder auch von Bekannten, dass ich eine sehr tapfere Persönlichkeit sei und bewundernswert mit meiner Krankheit umgehe. Lasst euch davon nicht abschrecken. Ich denke, ich bin nicht tapferer als gesunde Menschen. Es gibt auch Tage an denen ich nicht so tapfer bin, nur sieht mich an diesen Tagen selten jemand. Ansonsten stehe ich jeden Morgen auf wie jeder von uns und versuche halbwegs mit dem Leben klar zu kommen. In dem Sinne denke ich, wir sind alle tapfer oder?

14. Ich lache gern und viel, selbst wenn der Moment nur einen kurzen Lacher wert ist, kringle ich mich ziemlich oft förmlich auf dem Boden.

15. Mein größter Feind ist wohl oder übel mein Stolz. Nicht selten höre ich von meinen lieben Freunden, dass mein Stolz mich irgendwann noch ins Grab bringen wird. Nun ich hoffe doch, dass er mich nicht ins Grab bringt aber sie haben leider recht damit, dass mein Stolz sich selten dem Verstand beugt. Er hilft mir zwar jeden Morgen trotz Schmerzen in den Gelenken aufzustehen und ein Lächeln zu Stande zu bringen. Allerdings muss ich es auch oft ausbaden, wenn ich mal wieder viel zu lange und viel zu weit gelaufen bin, um meinen Mitmenschen zu beweisen, dass ich keine körperliche Einschränkungen habe.

16. Ich bin diejenige, die beim Lesen eines traurigen Buches in Tränen ausbringt, ganz gleich ob in der U-Bahn oder zu Hause. Ich bin eben sehr nah am Wasser gebaut.

17. Fühle ich mich unbeobachtet oder bin zu sehr in einer Musik vertieft, passiert es öfters, dass ich laut mitsinge. Ganz gleich ob ich die Töne treffe oder nicht. Ein oder zweimal ist mir dies sogar in den öffentlichen Verkehrsmitteln passiert, allerdings saß niemand darin der mich persönlich kannte. Puh!

18. Wer mir Pflanzen schenken will, sollte darauf achten, dass diese kein häufiges Gießen benötigen. Ich habe keinen grünen Daumen, und die einzigen Pflanzen die in meiner Pflege wachsen und wachsen sind Aloeverpflanzen, die man alle 3-4 Wochen lang mit Wasser versorgen muss.

19. Mein Lebenstraum ist es den Rest meines Daseins am Meer verbringen zu können. Irgendwo, wo es immer warm ist und ich das rauschen des Wassers hören kann. Wer weiß, vielleicht habe ich eines Tages Glück und der größte meiner Träume erfüllt sich irgendwann.

20. Ich hatte das Glück in meinem Leben Menschen kennen zu lernen die mir sehr ans Herz gewachsen sind und die ich nicht mehr missen möchte. Schön, dass es euch gibt. Ganz großen Dank auch an meinen ganz besonderen Lieblingsmensch, der immer Hinter mir steht und mich gegebenenfalls vorwärts schubst, wenn der kleine Feigling in mir die Flucht ergreifen will.

Short Story Collab #5 Märchen

Short Story Collab #5 Märchen

Hallo ihr Lieben,

Habt ihr mich schon vermisst? Der letzte Beitrag liegt schon etwas zurück, was hauptsächlich daran lag, dass ich meine grauen Gehirnzellen nicht anspornen konnte etwas zu dem Thema im Mai “virtuelle Realität” zu schreiben.  Ich hoffe meine Kreativität lässt mich bei dem neuen Thema “Märchen” nicht im Stich und kann den einen oder anderen mit dieser Geschichte ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern.

Viel Spaß beim Lesen und selber Schreiben!

Eure Bibi

 

Der verlorene Garten

 

Es war einmal, vor langer Zeit ein Mädchen, dass leben sollte für die Ewigkeit. Ihr Dasein diente einzig und allein dazu, einen Garten zu pflegen, der so schön und voller Vielfalt war, wie es noch kein Mensch auf Erden lange Zeit zu sehen bekam.

Des Tages arbeitete das Mädchen hart, jätete Unkraut, beschnitt die Blumen, säte neue Samen, flüsterte mit den Bäumen und kürzte das Gras, wenn es ihr verspielt in den Kniekehlen kitzelte. Nachts lag es auf ihrem Bett aus weichen Rosenblättern und blickte in den sternklaren Himmel, um immer und immer wieder die Sterne zu zählen. An diesem Ort brauchte man kein Dach über den Kopf. Es gab keinen Regen und keinen Schnee. An diesem Ort schien immer die Sonne. Versorgte den Garten mit wärmenden Sonnenstrahlen.

Das Mädchen war glücklich an diesem Ort. Sie fühlte sich nicht einsam und sie kümmerte sich nicht um die Jahre die an ihr vorüber strichen ohne ein einziges graues Haar oder eine kleine Falte in ihrem makellosen Gesicht zu hinterlassen. Sie wusste nicht einmal, wie sie an diesen sonderbaren Ort gekommen war. Sie liebte es im Gras zu knien und den Blumen beim wachsen zuzusehen. Sie fühlte den Herzschlag der Samen, wenn sie es sanft in die Erde drückte. Konnte das Seufzen der Pflanzen hören, wenn sie ihnen aus dem Brunnen in der Mitte des Gartens, etwas zu trinken gab.

Sie war glücklich. Jeden einzelnen Tag. Bis ein Tag anbrach der alles änderte. Noch nie hatte jemand zuvor die Pforte, die zu diesem Ort führte, überschritten. An diesem Tag jedoch wagte sich ein kleiner Junge tapfer durch das Gestrüpp um verblüfft die Augen aufzureissen. Seine Freunde hatten ihn ausgelacht, als er verkündete er würde über diese Mauer voller Unkraut und Dornen klettern um den Ort, der sich dahinter versteckte zu erkunden. Sie glaubten nicht daran, dass er es mit seinen kurzen Beinchen schaffen würde. Schließlich hat es noch nie jemand geschafft, dieses Hindernis zu überwinden.

Er aber schaffte es und konnte seinen Augen nicht trauen. Wie konnte ein Ort wie dieser, voller Blumen, Bäumen und Sträuchern existieren während seine Eltern mit vergebener Müh versuchten, Gemüse anzubauen. Nichts gedieh in dieser Stadt, die der Junge sein Zuhause nannte. Es gab kein sauberes Trinkwasser und viele Familien haben die Stadt bereits verlassen um woanders ihr Glück zu versuchen.

Er fühlte sich wie im Paradies, schmeckte die Kirschen und Äpfel die prall und reif an den Bäumen hingen, bereits auf seiner Zunge. Konnte spüren, wie das kalte Nass des Brunnens seinen Hals hinunterlief. Bevor er einen weiteren Gedanken verschwendete, wie dieser Ort hier existieren konnte, rannte er los. Er musste es seinen Eltern einfach zeigen. Dies hier war das Wunder, auf dass sie alle gehofft hatten.

Unter großer Anstrengung kletterte er wieder auf die andere Seite, ignorierte das Rufen seiner Freunde und rannte zu seinen Eltern. Diese glaubten anfangs ihrem Sohn nicht, dass es einen Ort geben soll, der ihren Hunger und Durst stillen konnte. Aus Liebe zu ihrem Kind folgten sie ihm bis zu der Mauer die über und über mit Dornengestrüpp bewachsen war. Mit Hacke und Schaufel arbeitete sich die Familie durch die Mauer und konnten nicht glauben, was sie mit ihren Augen sahen. Sie fielen auf die Knie und dankten dem Herrn für sein Wunder.

Das Mädchen erschrak über den Besuch und versteckte sich hinter den Bäumen. Sie hatte schreckliche Angst. Was wollten diese Unbekannten hier? Wollten sie dem Garten, ihrem Freund, wehtun?

Die Eltern des Jungen, sammelten so viel  Obst ein wie sie tragen konnten, schöpften so viel Wasser wie sie trinken konnten und machten sich auf den Weg in die Stadt um allen zu verkünden, dass das Hungern nun ein Ende hatte.  Der Garten wäre die Rettung für diese Menschen gewesen. Hätten sich die Menschen nur nicht wie Menschen verhalten. Die Gier der Hungernden war unersättlich. Sie stürmten regelrecht den Garten. Rissen die Früchte von den Bäumen, ganz gleich ob sie ganze Zweige dabei ausrissen. Sie trampelten die mit Liebe gepflegten Blumen nieder und überhörten das Schluchzen des Mädchen, dass auf die Knie gefallen war. Sie bettelte, sie schrie man möge ihre Pflanzen am Leben lassen. Niemand schien das arme Mädchen zu sehen, geschweige denn zu hören.

Es kam wie es kommen musste. Die Stadtbewohner fielen über den Garten her wie eine Heuschreckenplage und hinterließen einen Garten, ohne Samen, ohne Blumen mit kahlen Bäumen und einem versiegten Brunnen.

Die Bewohner hatten die Vorräte des Gartens innerhalb weniger Monate aufgebraucht. Die Hungersnot ging weiter. Ohne einen weiteren Gedanken an den sonst so fruchtbaren Ort zu verschwenden, zogen sie weiter. Auf der Suche nach einem Ort der ihnen Essen und Trank bieten konnte ohne zu wissen, dass sie diesen Ort bereits gefunden hatten, wären sie gedankenvoller damit umgegangen.

Die Stadt verfiel. Niemand lebte mehr dort. Niemand bis auf das Mädchen. Sie pflanzte Samen, die sie durch langes Suchen gefunden hatte. Grub den Brunnen tiefer um die kleinen Zöglinge mit Wasser zu versorgen. Monate vergingen und das Mädchen arbeitete hart, um den Garten wieder zu dem zu machen, was er einmal gewesen ist. Doch der Boden blieb blieb ohne Leben, der Brunnen ohne Wasser.

Das Mädchen war am Boden zerstört und es begann zu weinen. Nie zuvor hatte sie je eine Träne vergießen müssen an diesem besonderen Ort. Sie weinte und weinte bis nichts mehr von dem Mädchen außer ihren Tränen übrig blieb. Die Tränen des Mädchens sprenkelten den staubtrockenen Boden und gaben den totgeglaubten Zöglingen neue Energie. Auch wenn es schwer für die kleinen Samen werden würde, sie würden sprießen, um des Mädchens willen, dass doch nur für immer glücklich sein wollte, an einem Ort der andere glücklich machen konnte, wenn man ihn nur mit genügend Liebe behandeln würde.

 

ENDE

 

Short Story Collab #3 MUT

Short Story Collab #3 MUT

Hallo ihr Lieben,

Es ist wieder so weit. Ein neuer Monat, ein neues Thema. Dieses Mal steht der Begriff Mut im Mittelpunkt. Ich denke damit lässt sich sehr gut und vielseitig arbeiten. Schließlich liegt es immer im Auge des Betrachters was mutig ist und was nicht. Was bedeutet für euch Mut?

Ein ziemlich großer Teil von mir hängt noch immer an der Shortstory vom letzten Monat und daher habe ich mich entschlossen meine Gedanken zu dieser Geschichte weiterzuspinnen, im Zeichen des Mutes sozusagen. Viel Spaß beim Lesen und scheut euch nicht vor Kritik. Oft sind meine Gedanken schneller als meine tippenden Händen und Fehler schleichen sich sehr schnell dazwischen. Also seid ruhig mutig. Ich beisse auch nicht versprochen.

Eure Bibi

 

Es ist nun schon 3 Wochen her und ich kann mir noch immer nicht erklären wie diese abgenutzte und offensichtlich sehr alte Feldflasche in meinen Besitz gekommen ist. Ich bin zwar ein sehr fantasievoller Mensch aber an Zeitreisen glaube ich nun wirklich nicht. Könnte es nicht sein, dass ich im Tiefschlaf das Haus verlassen habe und die Flasche einem armen Obdachlosen abgeluchst habe? Das würde auch erklären wieso sich die Feuchtigkeit und der Regen in meinem Traum so real angefühlt haben. Das einzige was dagegen spricht ist nur, ich bin noch nie geschlafwandelt. So etwas hätten mir meine Eltern doch nicht verschwiegen. Oder ist das meine neue Art den Stress abzubauen? Fragen über Fragen die mich keinen Schritt weiter bringen. Es wäre das klügste, wenn ich dieses Thema ad acta legen würde. Ich habe schließlich genug Probleme um die ich mich kümmern muss. Das sage ich mir in den letzten Wochen immer und immer wieder vor, wie ein Mantra und doch tauchen in meinen Träumen gehäuft blaue Augen und blitzende Degen auf. Ein Zeichen dafür, dass ich bereit für die Klappse bin.

Ich hole den einzigen Gegenstand hervor, der nicht mir gehört und betrachte erneut den zerschrammten Flaschenverschluss, fahre mit meinen Fingern über das gegerbte Leder. Ich habe mich seit Wochen nicht mehr getraut diese Flasche anzufassen als wäre es ein verwunschener Gegenstand. Ein letzter Seufzer und die Flasche wandert wieder in die Schublade. Es war ein langer Tag und mein Körper verlangt nach Schlaf. Kaum habe ich meinen Kopf aufs Kissen gebettet, fallen mir auch schon die Augen zu.

Vogelgezwitscher dringt an meine Ohren und meine Nase vernimmt einen ekelerregenden, seltsam vertrauten Gestank wahr der mir alle Haare zu Berges stehen lässt. Nur keine Panik. Es ist nur ein dummer Traum. Ich blinzle einmal kurz und sehe mich um. Es ist helllichter Tag und die Sonne scheint warm in meinen Nacken. Ich stehe in einer beunruhigend vertrauten Gasse auf einen unregelmäßigen Boden. Ich sehe einmal an mir herab. Wie vermutet trage ich meinen Schlafanzug. Zum Glück habe ich heute auf den gepunkteten Pyjama verzichtet und meine Shorts und ein schwarzes T-Shirt gewählt. Bin ich nun wirklich verrückt? Schlafwandle ich wieder? Ich schmecke gerade zu die aufsteigenden Panik auf meiner Zunge. Dies kann unmöglich real sein. Es ist die selbe Gasse wie vor drei Wochen. Da bin ich mir ziemlich sicher. Gut, es war das letzte Mal dunkel und der Regen trug nicht gerade zur Orientierung bei aber tief in mir bin ich mir sicher. Mein Bauchgefühl hat sich noch nie getäuscht, ich muss es wissen, schließlich bin ich oft genug auf die Nase gefallen, weil ich diesem Gefühl eben nicht vertraut habe. Die aufsteigende Panik in mir wird stärker. Was wenn ich wieder jemanden begegne der keine Skrupel hat mit die Kehle aufzuschneiden? Und was genau würde passieren wenn ich hier sterben würde? Wacht mein schlafender Körper auf oder wird meine Leiche Monate später von einem Nachbarn entdeckt, der sich über die überquellende Post beschweren will? Wieso mache ich mir überhaupt Gedanken über so etwas Absurdes. Natürlich ist es NICHT real. Wie sollte es auch. Es ist völlig unlogisch. Während mein Bauchgefühl noch immer mit meiner Logik um die Oberhand kämpft, höre ich Stimmen. Laute und so wie es scheint sehr wütende Stimmen und ein Geräusch wie wenn Metall auf Metall trifft. Was tun? Auf leisen Sohlen in die andere Richtung schleichen und beten, dass dieser Traum ein baldiges Ende hat? Aber was wenn dort jemand ernsthaft Hilfe braucht. So wie ich damals Hilfe gebraucht habe? Mein Herz hämmert in meiner Brust als ich mich Schritt für Schritt in die Richtung wage von der ich mich wohl am Besten fern halten sollte. Am Ende der Gasse angekommen spähe ich vorsichtig um die Ecke und weiche erschrocken zurück. Vor mir erstreckt sich ein großer Platz der einem Markplatz nicht unähnlich ist. In der Mitte plätschert ein Brunnen munter vor sich hin während links daneben zwei dunkel gekleidete Männer verbissen mit ihren Degen aufeinander losstürzen. Einer dieser Männer sieht meinem Retter verblüffend ähnlich. Halblange Haare die ihm ins Gesicht fallen während seine blauen Augen wütend den Schritten seines Gegner folgen. Sein blauer Mantel ist mit Schlamm und anderen dunklen Flecken bespritzt und flattert um seine Schultern. Hinter ihm liegt einsam ein Hut mit einer ziemlich großen und wie ich finde nicht sehr schönen Feder. Der Gegner meines vermutlichen Retters aus dem letzten Traum scheint ebenfalls nicht sehr guter Laune zu sein. Er hat langes schwarzes Haar, welches er mit einem Band zurückgebunden hatte. Sein Mantel mochte edel ausgesehen haben bevor es Bekanntschaft mit einem Degen gemacht hat. Tiefe Risse durchziehen den schwarzen Stoff und geben den Blick auf kniehohe Lederstiefel frei. Gut zu wissen, dass wenigstens meine Phantasie noch guten Geschmack hat. Einen Wimpernschlag später schreit mein nun hutloser, schlammbespritzter Retter auf und sinkt zu Boden. Blut spritzt auf den schlammigen Boden und nimmt eine ekelhafte bräunliche Farbe an. Mister Pferdeschwanz muss ihn wohl übel an der Seite erwischt haben. Mein Herz schaltet noch eine Stufe höher und pumpt noch schneller das Blut durch meine Venen während ein Degen mit einem Fußtritt zur Seite geschleudert wird und vor meinen Füßen zum Stehen kommt. Wie durch ein Wunder haben mich die beiden Männer noch nicht gesehen, was entweder bedeutet dass beide arg kurzsichtig sein müssen oder sie in ihrem Wahn nichts und niemanden um sich wahrnehmen. Ich stehe keine 10 Meter von ihnen entfernt. Ich sehe wie der zerfetzte Mantel des schwarzhaarigen zu Boden gleitet und den Degen zum finalen Stich anhebt. Ehe mein Hirn ein lautes “Nein, lauf weg” von sich geben konnte greifen meine Hände nach dem Degen. Er fühlt sich klobig und schwer an. Ein weiter Wimpernschlag und ich sehe mich selbst wie ich losspurte, den Degen mit beiden Händen umfasse und es sich in den Seite des Mannes mit dem Pferdeschwanzes bohrt. Mit einem sehr unschicklichen Quietschen lasse ich den Griff des Degens los und stolpere rückwärts. Der von mir durchbohrte Körper seufzt auf und sinkt zu Boden. Seine Füße zucken und Blut vermischt mit sich mit dem bereits vergossenem Blut im Schlamm. Ich blicke schockiert auf meine zitternden Hände. Was habe ich gerade getan? Habe ich ihn wirklich umgebracht? Tränen laufen mir über die Wangen. Ich schluchze auf und blicke in verdutzt dreinblickende blaue Augen bevor mein Körper kapituliert und mit einem lauten aufheulen zitternd zu Boden stürzt.

 

 

Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green

Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green

“Dieses Buch ist ein fiktives Werk. Ich habe es frei erfunden.”

Obwohl John Green mit diesen Worten klar macht, dass alle Figuren in diesem Roman frei erfunden sind, waren es für mich reale Menschen mit denen ich mitfieberte, weinte und lachte. Die Geschichte von Hazel und Gus hat mich in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen.

Hazel ist 16 Jahre alt und hat Krebs. Ihre Lunge ertrinkt in ihrem eigenen Wasser und die Sauerstoffflasche ist ihr ständiger Begleiter. Der Roman wird aus der Sicht von Hazel erzählt und gab mir Einblicke in ein Leben, dass Selbsthilfegruppen sinnlos findet und lieber “ein herrschaftliches Leiden” immer und immer wieder liest.  Hazel schaffte es  mit ihrer zynischen und direkten Art mich immer wieder zum Schmunzeln und zum Weinen zu bringen. Ich begleitete Sie ins Krankenhaus und in die verhasste Selbsthilfegruppe an die Hazel nur ihrer Mutter zuliebe teilnimmt. Eines Tages trifft sie in eben dieser Selbsthilfegruppe Gus. Der Dank einem Osteosarkom ein Bein hergeben musste und hier aus einem einzigen Grund gelandet ist: Sein bester Freund Isaac der das gleiche Schicksal teilt wie der Rest dieser Gruppe. Gus findet von Anfang an Hazel bemerkenswert und faszinierend. Mit seinem schlagfertigen, liebevollen und gut gelauntem Charakter wird er Teil in Hazels Leben und Herzen.

Ich habe beide sofort ins Herz geschlossen. Zwei Menschen die die Welt so sehen wie sie ist. Nämlich keine “Wunscherfüllmaschine!” Ein Leben in dem es keine rosarote Brille gibt sondern harte Tatsachen und Menschen die einem den Tag verschönern in dem sie einfach nur da sind. Ich muss sicher nicht erwähnen, dass ihr euch mit Taschentüchern gut eindecken müsst wenn ihr dieses Prachtexemplar von John Green in die Hände nehmt. Ich konnte nicht glauben, dass ich nach “Der Bücherdiebin” überhaupt noch Tränen zum vergießen hatte aber John Green hat mich eines besseren belehrt. Wer keine Angst vor Tränen hat und ein gutes Buch sucht, sollte es unbedingt lesen. Nach dem Beenden dieser Geschichte sieht man die Welt ein wenig anders. In einer Welt wie der heutigen, in der sich Egoisten nur so stapeln, schenkt uns John Green ein kleines Lichtlein. Jeder Tag ist wertvoll und es liegt an uns ob wir wütend darüber sind wenn beispielsweise die U-Bahn mal wieder Verspätung hat oder ob wir einfach froh sind am Leben zu sein.

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